Reisebericht – 3 Tage Edinburgh im Winter- Teil 2

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An unserem zweiten Tag wurden wir von der schottischen Hauptstadt mit Regen begrüßt. Der Wetterbericht versprach auch für den restlichen Tag keine große Chance auf Besserung und so entschiedenen wir uns den geplanten Aufstieg zum Arthur’s Seat zu streichen.

Stattdessen verbrachten wir den Vormittag im unteren Teil der Royal Mile. Hier findet man wunderschöne, traditionellere Geschäfte und alles geht etwas weniger touristisch zu als im oberen Teil. Am Ende der Straße steht das neue schottische Parlamentsgebäude und der Holyrood Palace, den man gegen Eintritt besichtigen kann. Wir begnügten uns mit einem Blick von außen und machten uns dann auf den Weg zur Bushaltestelle North Bridge, von der aus wir den Bus 37 nach Rosslyn nehmen wollten.  In Rosslyn befindet sich die gleichnamige Rosslyn Chapel. Die Kirche erlangte vor einigen Jahren plötzlich Berühmtheit, als sie eine prominente Rolle im Bestseller Roman Sakrileg von Dan Brown erhielt.

Die Busfahrt verlief unkompliziert. Wir bezahlten 4 Pfund p.P. für ein Tagesticket und etwa 45 Minuten später stiegen wir an der Haltestelle Rosslyn Hotel aus. Vom Hotel waren es dann nur noch ein paar (verregnete) Meter bis zum Besucherzentrum und Eingang.  Uns hat der Besuch der Kirche sehr gut gefallen. Man sollte aber auf jeden Fall die im Eintrittspreis enthaltene Führung mitmachen, denn hierbei erfährt man in einer Stunde die wichtigsten Eckpunkte der spannenden Geschichte um die Chapel. Unsere tolle Führerin erklärte uns aufgelockert und mit viel Humor die verschiedenen Verzierungen und Details. Wirklich spannend. Natürlich gehörten auch einige Anekdoten zur Erwähnung der Kathedrale im Dan Brown Bestseller Sakrileg und zu den Dreharbeiten zur Verfilmung mit Tom Hanks zum Programm. Als Dorfkind konnte ich mir sehr gut vorstellen, wie aufregend es für die Anwohner des kleinen Ortes gewesen sein muss, als plötzlich ein ganzes Filmteam aus Hollywood angereist kam.

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Rosslyn Chapel etwa 15 km südlich von Edinburgh

Nach zwei kurzweiligen Stunden standen wir dann wieder im strömenden Regen und da der nächste Bus noch eine Weile auf sich warten ließ, entschieden wir uns durchnäßt und durchgefroren wie wir waren, für einen kleinen Mittagssnack im Pub des nahegelegenen Hotels. Der Pub war supergemütlich eingerichtet, aber das Beste war ein offener Kamin, neben dem wir es uns bequem machten. Während sich meine Begleitungen mit Suppe und einer sehr leckeren Käseplatte stärkten, bestellte ich einen superleckeren Latte Macchiato mit allerlei Gewürzen und einem ordentlichen Schuss Whisky, mir war plötzlich so garnicht mehr kalt :). Anschließend fuhren wir mit dem Bus zurück nach Edinburgh. Bei schönem Wetter soll es sich übrigens ein ausgedehnter Spaziergang durch den nahegelegenen Tag lohnen.

Fazit: Rosslyn Chapel lässt sich super in einem halben Tag von Edinburgh aus besichtigen. Die Kirche ist von Edinburgh aus bequem mit dem Bus zu erreichen. Vor Ort sollte man auf jeden Fall an der angebotenen englischsprachigen Führung teilnehmen.

Mittlerweile war es Nachmittag und da es noch immer stark regnete, machten wir einen Zwischenstopp im Hotel, bevor wir zum Abendprogramm aufbrachen.

Nachdem wir den ersten Abend an den typischen Touristenplätzen des Grassmarket und der Royal Mile verbracht hatten, wollten wir den zweiten Abend in der New Town verbringen, die sich unmittelbar hinter unserem Hotel erstreckte. Bereits zu Hause hatten wir uns für den Start das Pub Jeckyll and Hyde herausgesucht und das war ein wahrer Glücksgriff.

Das Pub ist wunderschön eigerichtet. Alte Möbel, Kronleuchter, Spinnweben, Skelette und Mumien, ganz im Stil des Namensgebers eben. Zudem erstreckt es sich über 2 Etagen und um einige verwinkelte Ecken. Tipp: Unbedingt mal die Toiletten aufsuchen (suchen ist hier das Stichwort ;). Wir entschieden uns hier auch gleich zu Abend zu essen und so konnte ich den nächsten vegetarischen Klassiker der britischen Küche ausprobieren: Mac&Cheese. Die Nudeln in Käse Sauce waren sehr lecker, was denke ich hauptsächlich an dem ausgezeichneten schottischen Cheddar liegt. Danach gönnten wir uns noch einige der sehr leckeren Cocktails, die passend zum Theme des Lokals nach den 7 Todsünden und den Reitern der Apokalypse benannt sind.

Später am Abend wurde uns das erste mal richtig bewußt, dass wir in der Nebensaison unterwegs waren. An unserem Sonntagabend war in der New Town der sprichwörtliche Hund begraben ist. Egal, dann halt doch wieder in die Old Town und ein weiteres Mal den Stadtberg besteigen. Am Abend zuvor hatten wir in der Bow Bar keinen Platz mehr bekommen, nun war sie fast ausgestorben. Wir nutzten die Gelegenheit  die super sympathischen Barkeeperin zu belagern und uns aus den über 100 Whiskysorten etwas empfehlen zu lassen. Ich muss dazu sagen, dass ich mit Whisky bisher nicht sehr viel anfangen konnte. Hier habe ich gelernt, dass es kein Verbrechen ist, Wasser in Whisky zu schütten und dass man dadurch den Geschmack wirklich erstaunlich beeinflussen kann. Meinen eh schon milden Vanille Whisky mit einem Schuss Wasser kann ich daher allen empfehlen, die wie ich bisher nur Whisky getrunken haben, wenn er mit Cola verdünnt serviert wurde 😉

Der nächste Morgen begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel. Yeah! Leider sollte es heute mittag auch schon wieder zurück nach Hause gehen und so blieben uns nur noch wenige Stunden, um die Sonne zu genießen. Nach dem Frühstück entschieden wir spontan noch einmal auf den Calton Hill zu steigen. Hier hatten wir am ersten Morgen bei Glatteis und Nebel einen ersten Blick über Edinburgh geworfen. Jetzt im strahlenden Sonnenschein und mit Sichtweite bis zum Meer bot sich uns ein ganz anderes Bild.

 

Anschließend gingen wir zu unserer Führung im Edinburgh Dungeon für das wir schon im vorhinein Tickets gebucht hatten. Wir waren bereits einmal in Hamburg im Dungeon und wußten daher ganz gut was uns erwartet. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall. Gruselgeschichten passen einfach perfekt zu Edinburgh und in der Nebensaison sind die Gruppen nicht sehr groß, so dass man viel häufiger in den Genuß eines persönlichen Schockmoments kommt.

Danach machten wir uns mit dem Shuttle-Bus auf den Weg zum Flughafen. Die drei Tage in Edinburgh werden uns noch lange gut in Erinnerung bleiben. Wenn ihr Winter nach Edinburgh solltet ihr keine Angst vor ein paar Regentropfen und eine gute Regenjacke im Gepäck haben. Dafür bekommt ihr eine sehr atmosphärische Seite einer geschichtsträchtigen und wunderschönen Stadt zu sehen.

Warst du auch schon im Winter in Edinburgh? Dann erzähl doch in den Kommentaren wie es dir gefallen hat.

Reisebericht 3 Tage Edinburgh im Winter, fernfuttern.de

 

 

 

 

 

 

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